Schlaganfall bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen

Der Schlaganfall bezeichnet Durchblutungsstörungen im Gehirn und kann bei Ungeborenen, Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen auftreten. In diesem Text erhalten Sie ausführliche Informationen zum Krankheitsbild, zur Häufigkeit, zu Krankheitsformen, zu möglichen Ursachen und Krankheitszeichen sowie zu Behandlung, Rehabilitation und Prognose.

Autor: Dr. med. Martin Olivieri, Dr. med. habil. Gesche Tallen, Redaktion: Ingrid Grüneberg, Freigabe: Prof. Dr. med. U. Creutzig, Zuletzt geändert: 10.01.2018

Der Begriff Schlaganfall bezeichnet Durchblutungsstörungen (Apoplexie) im Gehirn, die unterschiedliche Ursachen haben können. Im Volksmund wird ein Schlaganfall auch „Hirnschlag“ oder „Gehirnschlag“ genannt. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche, Kinder, Neugeborene und sogar Ungeborene können einen Schlaganfall erleiden. Allerdings sind die Ursachen für die jeweiligen Durchblutungsstörungen bei Erwachsenen zumeist andere als bei Nicht-Erwachsenen.

Zunehmend wird für „Schlaganfall“ der angelsächsische Begriff „stroke“ verwendet. In deutschen Krankenhäusern heißen Abteilungen für die Behandlung von Schlaganfällen „Stroke Units“, diese richten sich in der Regel an Erwachsene. „Pediatric Stroke Units“ als Abteilungen in einer Kinderklinik befinden sich in Deutschland im Aufbau.

Zwei Drittel der Neugeborenen, Kinder und Jugendlichen, die einen Schlaganfall überleben, haben danach gesundheitliche Probleme. Dazu zählen Lähmungen, Seh- sowie Sprach- und Gedächtnisstörungen oder Krampfanfälle.

Der folgende Informationstext richtet sich an Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, wie an deren Angehörige, Freunde, Lehrer und andere Bezugspersonen sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, einen Schlaganfall bei einem Kind oder Jugendlichen frühzeitig zu erkennen, die Erkrankung und ihre Ursachen, die Möglichkeiten ihrer Behandlung sowie die Probleme und besonderen Bedürfnisse der Betroffenen besser zu begreifen. Unsere Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Anmerkungen zum Text

Die in diesem Patiententext enthaltenen Informationen sind von den oben genannten Autoren erstellt worden. Diese Autoren sind Spezialisten für Blut- und Nervenkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen. Der Informationstext basiert auf den Erfahrungen der Spezialisten und auf der unten angegebenen Literatur. Der Text wurde durch die oben angegebenen Redakteure zuletzt im August 2017 für dieses Informationsportal bearbeitet und zur Einstellung ins Internet für die Dauer von fünf Jahren freigegeben. Er soll spätestens nach Ablauf dieser Frist erneut überprüft und aktualisiert werden.

Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um allgemeine Informationen und Empfehlungen handelt, die – aus der komplexen Situation heraus – nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit bei jedem Patienten zutreffen. Viele Therapieempfehlungen müssen im Einzelfall und im Team entschieden werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie über die für Ihr Kind am ehesten in Frage kommenden Maßnahmen informieren.

Basisliteratur

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