Eisenstoffwechselstörungen

Eisenstoffwechselstörungen sind Störungen bei der Aufnahme, Verteilung, Verwertung und Speicherung von Eisen im menschlichen Organismus. Der Informationstext richtet sich vorrangig an Patienten mit einer Primären Eisenüberladung.

Autor:  Dr. med. habil. Gesche Tallen, Erstellt am 04.05.2022, Redaktion:  Ingrid Grüneberg, Freigabe:  PD Dr. med. J. Kunz, Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 01.06.2022 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e245200

Eisenstoffwechselstörungen können angeboren oder erworben sein. Eisenstoffwechselstörungen führen zu Eisenmangelerscheinungen oder zu bestimmten Folgen der Eisenüberladung im Körper. Die Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme sind je nach Eisenstoffwechselstörung unterschiedlich und bedürfen daher auch unterschiedlicher, manchmal lebenslanger Behandlungen.

Der folgende Informationstext setzt den Schwerpunkt auf die angeborene Eisenüberladung, die sogenannte „Primäre Eisenüberladung“. Diese Eisenstoffwechselstörung wird im vorliegenden Text von anderen Störungen abgegrenzt. Aus diesem Grund wird auf die anderen Störungen am Rande eingegangen und auf weitere Informationstexte hierzu auf kinderblutkrankheiten.de verwiesen.

Der vorliegende Informationstext richtet sich vorrangig an Patienten mit einer Primären Eisenüberladung wie an deren Angehörige, Freunde, Lehrer und andere Bezugspersonen sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, diese Störungen frühzeitig zu erkennen und die Möglichkeiten ihrer Behandlung sowie die Probleme und besonderen Bedürfnisse der Patienten besser zu begreifen. Die Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Anmerkungen zum Text

Die in diesem Patiententext enthaltenen Informationen sind von den oben genannten Autoren erstellt worden. Diese Autoren sind Spezialisten für Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Der Informationstext basiert auf den Erfahrungen der Spezialisten und auf der unten angegebenen Literatur. Der Text wurde durch die oben angegebenen Redakteure zuletzt im Mai 2021 für dieses Informationsportal bearbeitet und zur Einstellung ins Internet für die Dauer von fünf Jahren freigegeben. Er soll nach Ablauf dieser Frist erneut überprüft und aktualisiert werden.

Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um allgemeine Informationen und Empfehlungen handelt, die – aus der komplexen Situation heraus – nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit bei jedem Patienten zutreffen. Viele Therapieempfehlungen müssen im Einzelfall und im Team entschieden werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie über die für Ihr Kind am ehesten in Frage kommenden Maßnahmen informieren.

Basisliteratur

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