Symptome: Welche Krankheitszeichen haben Patienten mit einem infantilen Hämangiom?

Erstellt am 30.09.2015, Zuletzt geändert: 18.05.2020 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e148961

Langsam wachsende infantile Hämangiome mit nur geringer Ausdehnung, insbesondere an Rumpf, Armen oder Beinen, verursachen in der Regel nur selten Beschwerden. Bei anderen Lokalisationen und aggressiverem Wachstumsverhalten können jedoch gesundheitliche Probleme auftreten.

Beispielsweise können infantile Hämangiome

  • im Bereich der Augenlider oder der Augenhöhle die Augenöffnung behindern und zu bleibenden Sehschwächen führen. Frühzeitige Vorstellungen bei einem Augenarzt sind bei dieser Lokalisation dringend empfohlen
  • im Gesicht je nach Ausdehnung und Stärke kosmetisch belasten, zu Beeinträchtigungen der Gesichtsmuskeln führen und manchmal auch mit anderen Fehlbildungen einhergehen (zum Beispiel PHACES-Syndrom, siehe "Welche Arten von infantilen Hämangiomen gibt es?")
  • im Mundbereich zu Behinderungen bei der Nahrungsaufnahme, zu dauerhaften Deformierungen der Lippen sowie zu Unterkiefer- und Zahnstellungsanomalien führen
  • im Bereich der Nase nicht selten Nasendeformitäten oder eine Verlegung der Nasenatmung verursachen
  • an den Ohren zur Ausbildung sehr großer Ohren und dort zu Knorpelveränderungen führen
  • bei Mitbeteiligung der Mund- /Rachenschleimhaut oder der Haut im Bereich der Luftröhre auch die Luftröhre selbst befallen
  • im Bereich des Anus oder der äußeren Geschlechtsorgane zu Geschwürbildungen (Ulzeration) und andere Komplikationen (zum Beispiel Blutungen, Infektionen und Schmerzen) führen.

Sehr große und schnell wachsende infantile Hämangiome können Infektionskomplikationen bewirken. Hämangiomatosen (Hämangiome) der Leber können zu Schilddrüsenunterfunktion führen (durch Produktion von bestimmten Enzymen im Hämangiom-Gewebe, die auf die Schilddrüse wirken).