Weitere richtungsweisende Blutwerte

Autor:  PD Dr. med. J. Kunz, Erstellt am 23.05.2022, Zuletzt geändert: 23.05.2022 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e126586

Ergänzende Laboruntersuchungen können oft Klarheit verschaffen, ob es sich bei der Blutarmut nicht auch um eine Eisenmangelanämie handelt - die insgesamt häufigste Form der Blutarmut bei Kindern und Jugendlichen. Der Arzt muss diese von der Anämie bei chronischen Erkrankungen abgrenzen, um die richtige Behandlung auszuwählen (siehe "Behandlung").

Beispielsweise gibt die Bestimmung des Speichereisens (Ferritin‎‎‎) im Blut Hinweis darauf, wie voll die Eisenspeicher im Körper sind. Weitere Blutwerte wie das Ausmaß der Beladung von Transporteiweißen, die das Eisen zu verschiedenen Organen transportieren (Transferrinsättigung) oder auch der so genannte lösliche Transferrinrezeptor erlauben es, zwischen einer Anämie als Folge eines Eisenmangels und einer Anämie bei chronischen Erkrankungen zu unterscheiden.

Bei einer Anämie bei chronischen Erkrankungen finden sich im Blut des Patienten typischerweise (im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen):

  • normales bis erhöhtes Speichereisen (Ferritin) (weil die körpereigenen Speicher nicht erschöpft werden)
  • erniedrigte Eisenbeladung der Transporteiweiße (weil zu wenig Eisen zum Transport zur Verfügung steht)

Begleitend zur Anämie finden sich bei chronischen Erkrankungen oft weitere, auf eine Entzündung hinweisende Laborveränderungen:

All diese Messwerte unterliegen zahlreichen Einflussgrößen. Gelegentlich können auch mehrere Ursachen einer Anämie, beispielsweise Eisenmangel und Entzündung, zusammenwirken.

Abgrenzung

Krankheiten, die von der Anämie bei chronischen Erkrankungen abgegrenzt werden müssen, aber auch gleichzeitig auftreten können, sind beispielsweise