Prognose: Wie sind die Zukunftsaussichten für Patienten mit Hämophilie?

Autor:  PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am 31.01.2014, Zuletzt geändert:  17.02.2014

Die Lebenserwartung unbehandelter Hämophiler betrug noch im vorigen Jahrhundert weniger als durchschnittlich 20 Jahre. Mittlerweile können Hämophile genauso alt werden wie Nicht-Betroffene. Diese positive Entwicklung hat allerdings auch dazu geführt, dass Hämophiliepatienten nun ein höheres Alter erreichen und entsprechend an zusätzlichen, altersbedingten Problemen wie Herz-Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen leiden können.

So kann es, beispielsweise bei noch unerkanntem oder unzureichend behandeltem Bluthochdruck, vermehrt zu Hirnblutungen kommen. Infolge ihrer verstärkten Blutungsneigung können bei den Patienten Eingriffe wie Herzkatheter-Untersuchungen, die Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten - zum Beispiel nach einem Herzinfarkt - oder eine Chemotherapie nur mit besonderer Überwachung und speziellen Maßnahmen durchgeführt werden. Derzeit gibt es Bestrebungen, spezielle Daten zu diesen Problemen zu erfassen und auszuwerten, um die Situation zu verbessern.

Anmerkung: Bei den Aussagen zur Prognose handelt es sich um statistische Größen. Sie stellen nur für die Gesamtheit der Patienten mit FA eine wichtige und zutreffende Aussage dar. Wie die Krankheit eines einzelnen Patienten verlaufen wird, lässt sich aus den Statistiken nicht vorhersagen.