Prognose: Wie sind die Zukunftsaussichten für Kinder und Jugendliche nach einer Thrombose?

Autor:  Dr. med. Gesche Tallen, Dr. med. Susan Halimeh, Dr. med. Christine Heller, Erstellt am 12.06.2019, Zuletzt geändert: 12.06.2019 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e209522

Je nach Art und Ausprägung der Thrombose und der Therapie kann es zu einer kompletten Wiedereröffnung des betroffenen Blutgefäßes kommen, so dass keine langfristigen Probleme entstehen. Oft bleibt jedoch auch nach der Thrombosetherapie ein Teil des Gefäßes verschlossen. Dann bildet der Körper - häufig unter der Haut sichtbare – neue Blutgefäße, so genannte Umgehungskreisläufe (Kollateralkreisläufe), damit das Blut weiterfließen kann. Nach einer tiefen Beinvenenthrombose schwillt das betroffene Bein nach Belastung an und tut weh.
Eine mögliche Spätfolge ist das Postthrombotische Syndrom, PTS, (post bedeutet „nach“). Es kann beispielsweise nach einer tiefen Beinvenenthrombose eintreten. Das PTS entsteht durch einen Venenklappenschaden, der bewirkt, dass das Blut nicht vollständig zum Herzen zurückfließen kann. Nun entsteht ein Blut-Rückfluss (Reflux) in die Vene, durch den sich der Blutdruck erhöht (venöse Hypertension). Geeignete Maßnahmen zur Behandlung sind Physiotherapie und Kompressionsstrümpfe.

Nach einer Nierenvenenthrombose übernimmt meist die verbleibende Niere die Ausscheidungsfunktion, aber dennoch kann es zu Blutdruckproblemen und einem Schrumpfen der thrombotischen Niere (Schrumpfniere) kommen, so dass diese in seltenen Fällen sogar entfernt werden muss [NOW2004].

So ist die Prognose für Kinder und Jugendliche nach einem Thromboseereignis sehr unterschiedlich. Insgesamt wird die Prognose in dieser Altersgruppe jedoch im Vergleich zu Erwachsenen als deutlich günstiger eingestuft.