Krankheitsverläufe: Wie kann eine Sichelzellkrankheit verlaufen?

Autor:  PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am 01.08.2011, Redaktion:  Maria Yiallouros, Freigabe:  Stephan Lobitz, Dr. med. R. Dickerhoff, Prof. Dr. med. U. Creutzig, Zuletzt geändert:  03.08.2012

Die Sichelzellkrankheit verläuft bei manchen Patienten weniger schwer, während es bei anderen zu starken Beschwerden und dramatischen Komplikationen kommen kann. Warum es derart unterschiedliche Krankheitsverläufe gibt, ist noch nicht geklärt. Die Wissenschaftler forschen jedoch ständig weiter, um die Faktoren, die den Krankheitsverlauf und somit die Prognose des Patienten beeinflussen (so genannte Risikofaktoren), zu identifizieren.

Folgende Faktoren nehmen nachweislich Einfluss auf den Krankheitsverlauf:

  • die Form der Sichelzellkrankheit: Patienten mit HbSS-Krankheit erleiden in der Regel häufiger Komplikationen als Patienten mit HbSC-Krankheit oder der Sichelzellkrankheit HbSß-Thal
  • der Zeitpunkt der Diagnosestellung beziehungsweise der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns: Je früher, desto besser
  • die Qualität der Gesamtversorgung: Zu einer guten Prognose trägt zum Beispiel die medizinische Versorgung durch Experten in Spezialzentren bei
  • Interesse und aktive Beteiligung der Betroffenen am Krankheitsgeschehen: Wenn Patienten sowie auch deren Familien und deren soziales Umfeld sorgfältig über die Erkrankung, ihren Verlauf und die Behandlung aufgeklärt sind, verstehen sie diese besser. Das erleichtert den betroffenen Kindern und Jugendlichen, mit der Krankheit umzugehen, die Anweisungen des Behandlungsteams zu befolgen und frühzeitig eine gesunde Lebensweise anzunehmen, welche sich ebenfalls positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Die umfassende Aufklärung der Familien und anderer Bezugspersonen hilft dabei, dass sie die betroffenen jungen Menschen darin unterstützen, ein möglichst normales Leben in der Gesellschaft zu führen