Krankheitsverlauf: Wie kann ein primärer Immundefekt verlaufen?

Autor:  Prof. Dr. med. Volker Wahn, Julia Dobke,, Redaktion:  Ingrid Grüneberg, Zuletzt geändert: 13.12.2017 https://kinderblutkrankheiten.de/doi/e197057

Folgende Faktoren bestimmen den Krankheitsverlauf von Kindern und Jugendlichen mit einem primären Immundefekt:

  • Form des Immundefekts: Kinder mit einem schweren kombinierten Immundefekt zeigen schon früh schwere Krankheitsverläufe, versterben ohne eine rettende Stammzelltransplantation‎ in der Regel im ersten Lebensjahr. Leiden Kinder an einem kompletten Antikörpermangel (Agammaglobulinämie), treten Krankheitszeichen etwas später auf. Typisch wären wiederkehrend Lungenentzündungen, durch die die Lungen langsam zerstört werden können.
  • Zeitpunkt der Diagnosestellung/des Behandlungsbeginns: Ein frühzeitiges Erkennen des primären Immundefekts beziehungsweise der zugrunde liegenden Erkrankung und ein entsprechend prompter Behandlungsbeginn wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus: Kinder mit schwerem kombinierten Immundefekt können eine lebensrettende Stammzelltransplantation erhalten, Kinder mit Agammaglobulinämie können mit Immunglobuline‎n behandelt werden, so dass keine Lungenentzündungen mehr auftreten.
  • Qualität der Gesamtversorgung: Zur optimalen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit einem primären Immundefekts gehört die Behandlung durch Experten in einem Spezialzentrum für Immunologie (ImmunDefektZentrum) in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Haus- und Kinderärzten. Ebenso ist eine umfassende Aufklärung und Mitarbeit seitens der Betroffenen und ihrer Angehörigen Voraussetzung für einen günstigen Krankheitsverlauf.