Impfungen mit Totimpfstoffen

erstellt am 14.12.2020, Zuletzt geändert:  17.12.2020

Die Verabreichung der von der STIKO empfohlenen Standard- und Indikationsimpfungen mit Totimpfstoffen ist ohne zusätzliche Risiken möglich. Ob durch die Impfung eine schützende Immunantwort aufgebaut werden kann, ist allerdings abhängig von der Art der Funktionsstörung des Immunsystems. Bei schweren kombinierten Immundefekten sind Impfungen mit Totimpfstoffen nicht sinnvoll, da keine Immunantwort zu erwarten ist.

Bei diversen Immundefekten sind Impfungen gegen bekapselte Bakterien wie Pneumokokken, Haemophilus influenzae Typ b und Meningokokken angezeigt. Auch hier gilt: Die Entscheidung, welche Impfungen notwendig sind, wird im Einzelfall entschieden.

Impfungen und Impfschutz bei dauerhafter Gabe von Immunglobulinen

Eine Impfung kann auch unter Ersatztherapie mit Immunglobulinen sinnvoll sein, wenn eine schützende Antwort der T-Zellen zu erwarten oder wenn eine Rest-Immunfunktion vorhanden ist, die eine Antikörper-Antwort auf die Impfung wahrscheinlich macht.

Da die in Europa hergestellten Immunglobulinpräparate ausreichende schützende Titer gegen Diphtherie, Tetanus, Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae Serotyp b vermitteln, sind unter dauerhafter Immunglobulin-Ersatztherapie die Impfungen gegen diese Erkrankungen nicht empfohlen.

Auch Impfungen mit Lebendimpfstoffen werden unter Immunglobulin-Ersatztherapie nicht durchgeführt, da die Impfviren der Lebendimpfstoffe durch die in den Immunglobulin-Präparaten enthaltenen Antikörper neutralisiert werden.