Ursachen: Wie entsteht der Morbus Gaucher?
Autor: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 04.03.2026 https://kinderblutkrankheiten.de/doi/e289302
Morbus Gaucher wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass beide Elternteile das veränderte (mutierte) Gen tragen müssen, damit das Kind die Erkrankung entwickelt.
Ursache der Krankheit ist eine Mutation im Glucocerebrosidase-Gen, welche zu einer unzureichenden oder fehlenden Aktivität des β-Glukocerebrosidase-Enzyms führt. Dieses Enzym ist normalerweise dafür verantwortlich, Glukocerebrosid abzubauen.
Der menschliche Körper benötigt dieses Enzym, um gealterte Bestandteile von Zellmembranen abzubauen. Ein Mangel des Enzyms fällt daher besonders bei Zellen mit kurzer Lebenszeit auf, beispielsweise bei weißen und roten Blutzellen. Ohne ausreichende Aktivität des Enzyms lagern sich die Membranbestandteile in den Lysosomen, insbesondere in denen der Makrophagen, ab. Je nach Art der Mutation des Gens, das das Enzym kodiert, kommt es zu mehr oder weniger starkem bis vollständigem Funktionsausfall des Enzyms.
Wichtig zu wissen: Mittlerweile sind mehr als 400 verschiedene Gen-Mutationen beschrieben, die zu Morbus Gaucher führen.
