Allgemeine Informationen zu Anämien

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 20.10.2011, Redaktion: Ingrid Grüneberg, Freigabe: Prof. Dr. med Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 19.01.2016

Anämie bedeutet Blutarmut.
Es gibt angeborene und erworbene Formen der Blutarmut.

  • Bei den angeborenen Formen der Blutarmut liegen meist krankhafte Veränderungen von Genen vor, die bei der Blutbildung eine wichtige Rolle spielen. Zu solchen genetischen Defekten kommt es oft im Zusammenhang mit bestimmten Erbkrankheiten.
  • Die weltweit häufigste angeborene Form der Blutarmut, die bei Kindern und Jugendlichen mit weiteren gesundheitlichen Problemen einhergeht, ist die Sichelzellkrankheit.
  • Bei den erworbenen Formen können der Mangel an bestimmten Vitaminen wie Vitamin B12, Blutverluste, schwere Nierenerkrankungen, eine Schilddrüsenunterfunktion, einige Krankheitserreger, manche Medikamente oder auch bösartige Erkrankungen im Laufe des Lebens zu Störungen der Blutbildung führen und dadurch eine Blutarmut erzeugen.
  • Die weltweit häufigste erworbene Form der Blutarmut bei Kindern und Jugendlichen ist die Eisenmangelanämie.

Blutarmut bedeutet zunächst eine Erniedrigung der Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) oder der Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) unter einen bestimmten Normalwert. Dieser Normalwert hängt bei Kindern und Jugendlichen stark vom Lebensalter ab. Die Aufgabe der roten Blutkörperchen und des roten Blutfarbstoffs ist es, den lebensnotwendigen Sauerstoff aus den Lungen zu allen Organen und Geweben im Körper zu transportieren. Bei einer Blutarmut ist diese Sauerstoffversorgung gestört und es kommt zum Sauerstoffmangel. In der Folge sind Kinder und Jugendliche mit Blutarmut oft sehr blass und leiden beispielsweise an rascher Ermüdung, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Schwindel.