Glossar
Glossar der Begriffe, die in diesem Informationsangebot verwendet werden.
idiopathisch
syn. essentiell (in der Medizin)
aus noch unklarer Ursache Der Begriff idiopathisch wird in der Medizin benutzt, um in der Benennung der Krankheit einen Hinweis darauf zu geben, dass die Ursache der Erkrankung noch nicht genau erforscht ist. Die Begriffsverwendung gibt keine Wertung im Hinblick auf eine vermutete Ursache oder die Schwere der Erkrankung ab.
Ileus
akute Störung der Darmpassage infolge mechanischer Störungen, wie z. B. angeborenen Fehlbildungen des Darmes, Darmtumoren, Verwachsungen nach Bauchoperationen, chronischen Darmerkrankungen (mechanischer Ileus), oder als Folge einer Lähmung der Darmmuskulatur, beispielsweise nach schweren Entzündungen im Bauchraum, nach operativen Eingriffen in Vollnarkose oder auch bei Störungen des Elektrolythaushaltes (paralytischer Ileus).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Tumoren und/oder Operationen im Bauchraum, Elektrolytstörungen im Rahmen der Chemotherapie und auch manche Medikamente können einen mechanischen oder paralytischen Ileus verursachen.
Die Patienten leiden unter Verstopfung und starken Bauchschmerzen, oft mit Erbrechen, und befinden sich in der Regel in einem herabgesetzten Allgemeinzustand (z. B. Schweißausbrüche, Schockzeichen). Bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt finden sich Druckschmerz des Bauches und Abwehrspannung, d.h. sich hart und gespannt anfühlende, vorgewölbte Bauchdecken.
Ein Ileus oder nur der Verdacht auf einen Ileus ist ein absoluter Notfall, denn Zeitverlust kann zu schwerwiegenden Schäden des Darmes führen. Um derartige Komplikationen zu verhindern, werden Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen während der Therapie intensiv von einem spezialisiertem Behandlungsteam überwacht.
Querverweise:
akut
-
Chemotherapie
-
Elektrolyte
-
Vollnarkose
immun
geschützt, unempfindlich, z.B. gegen Krankheitserreger
Immunabwehr
Fähigkeit des Körpers, Krankheitserreger und andere, dem eigenen Organismus fremde Substanzen (Antigene) durch das Immunsystem mit Hilfe spezifischer Antikörper bzw. bestimmter Abwehrzellen (z.B. zytotoxischer T-Lymphozyten) abzuwehren
Querverweise:
Antigen
-
Antikörper
-
Immunsystem
-
Lymphozyten
-
T-Lymphozyten
Immundefekt
syn. Immunmangelkrankheit
angeborene oder erworbene Störung des Immunsystems, die eine Schwächung der körpereigenen Immunantwort zur Folge hat; dies führt dazu, dass Krankheitserreger und folglich Infekte nicht ausreichend oder adäquat abgewehrt werden können.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Angeborene Immundefekte (z.B. Louis Bar-Syndrom, Wiskott-Aldrich-Syndrom) werden durch eine Störung der Entwicklung des Immunsystems bzw. bestimmter Immunzellen verursacht. Erworbene Immundefekte treten im Verlauf einer Erkrankung (z.B. Virusinfektionen, Leukämie, Lymphom) oder als unerwünschte Folge bestimmter therapeutischer Maßnahmen (Immunsuppression, Behandlung mit Zytostatika; Strahlentherapie) auf.
Querverweise:
AIDS
-
Immunsuppression
-
Immunsystem
-
Leukämie
-
Lymphom
-
Strahlentherapie
-
Wiskott-Aldrich-Syndrom
-
Zytostatikum
-
Louis-Bar-Syndrom
-
Virus
Immunglobuline
(Abk.: IG)
Gruppe von Eiweißen (Proteinen), die als Antikörper im Blut und in Gewebeflüssigkeiten für die körpereigene Abwehr wichtig sind; sie werden nach Kontakt des Organismus mit einem Antigen von den Lymphozyten und anderen Zellen des Immunsystems gebildet.
Querverweise:
Antigen
-
Antikörper
-
Immunsystem
-
Lymphozyten
-
Protein
Immunhistologie
syn. Immunhistochemie, Immunzytochemie,
Methode, mit der Proteine (zum Beispiel Tumorantigene) in oder auf Zellen oder Geweben mit Hilfe von Antikörpern sichtbar gemacht werden können.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: In der Medizin wird die Immunhistologie vor allem zur Identifikation und Klassifikation von Tumoren eingesetzt, denn jeder Tumortyp präsentiert andere Antigene auf oder in seinen Zellen. Auf diese Weise können feingeweblich gleich erscheinende Tumoren, die sich aber in ihrem Wachstums- oder Metastasierungsverhalten oder in ihrer Therapieantwort unterscheiden, richtig zugeordnet werden. Dies wiederum ermöglicht eine individuelle und risikoangepasste Behandlung des Patienten.
Querverweise:
Tumorantigen
-
Protein
-
Antikörper
Immunität
Unempfindlichkeit des Organismus gegenüber einer Infektion mit bestimmten Krankheitserregern; bei vorliegender Immunität ist durch Bildung von Antikörpern die Reaktionsfähigkeit des Organismus gegenüber einem Antigen (z.B. einem Krankheitserreger) in bestimmter Weise verändert
Querverweise:
Antigen
-
Antikörper
-
Immunsystem
immunologisch
Struktur und Funktion des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem) betreffend; beinhaltet die Erkennungs- und Abwehrmechanismen eines Organismus für körperfremde und körpereigene Substanzen und Gewebe
Querverweise:
Immunsystem
Immunphänotypisierung
diagnostische Untersuchungsmethode, bei der mit Hilfe verschiedener Spezialverfahren und unter Verwendung monoklonaler Antikörper nach bestimmten Eiweißen (Antigenen) auf der Oberfläche von Zellen gesucht wird
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: wird bei manchen bösartigen Erkrankungen (z.B. Leukämien; Lymphomen) im Rahmen der Erstdiagnostik eingesetzt. Bei der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) z.B. ermöglicht dieses Verfahren, die Art der bösartigen Zellen und ihr Reifungsstadium genau zu bestimmen; dadurch ist eine Einteilung der Erkrankung in verschiedene Unterformen und somit eine gezielte Therapieplanung möglich.
Querverweise:
Antigen
-
Lymphom
-
Antikörper
-
Leukämie
Immunsuppression
Unterdrückung der körpereigenen Abwehr.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Immunsuppression ist zum Beispiel eine der Nebenwirkungen der Chemotherapie. Im Rahmen einer Stammzelltransplantation wird mit Hilfe von Medikamenten das körpereigene Abwehrsystem des Transplantat-Empfängers unterdrückt, um eine Abstoßung des körperfremden Gewebes zu vermeiden.
Querverweise:
Chemotherapie
-
Immunsystem
-
Stammzelltransplantation
immunsuppressiv
die körpereigene Immunabwehr unterdrückend
Querverweise:
Immunabwehr
-
Immunsuppression
Immunsuppressiva
Medikamente zur Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: z.B. im Rahmen einer Stammzelltransplantation, um eine Abstoßung des Transplantats durch den Organismus des Empfängers zu vermeiden
Querverweise:
Immunabwehr
-
Stammzelltransplantation
Immunsystem
körpereigenes System zur Erhaltung des gesunden Organismus durch Abwehr körperfremder Substanzen und Vernichtung anomaler Körperzellen (z.B. Krebszellen); hat die Fähigkeit, zwischen selbst und fremd bzw. gefährlich und harmlos zu unterscheiden; beteiligt sind hauptsächlich die Organe des lymphatischen Systems sowie im ganzen Körper verteilte Zellen (z.B. Leukozyten) und Moleküle (z.B. Immunglobuline).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Immunsystem kann durch bösartige Erkrankungen des Blut bildenden oder lymphatischen Systems (Leukämien, Lymphome) oder durch eine Knochenmark schädigende Therapie im Rahmen einer Krebsbehandlung (Strahlen-/Chemotherapie) in seiner Funktion beeinträchtigt sein.
Querverweise:
Chemotherapie
-
Immunglobuline
-
Leukämie
-
Leukozyten
-
lymphatisches System
-
Lymphom
-
Molekül
-
Strahlentherapie
Immuntherapie
Behandlungsform, bei der das Immunsystem beeinflusst wird mit dem Ziel, Tumoren oder andere Erkrankungen abzuwehren oder zu bekämpfen.
Querverweise:
Immunsystem
-
Tumor
Impfung
syn. Schutzimpfung, Vakzination, Immunisierung
vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten (Schutzimpfung). Hierbei wird ein Agens, der Impfstoff, in den Körper eingebracht, um einen Impfschutz zu erreichen. Meist wird er mittels einer Spritze verabreicht.
Querverweise:
aktive Impfung
-
Lebendimpfung
-
passive Impfung
-
Totimpfung
in vitro
im Reagenzglas, d.h. außerhalb des lebenden Organismus (in vivo)
Indikation
(Abk.: Ind.)
syn. Heilanzeige
Grund für die Anwendung bestimmter Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die für den jeweiligen Krankheitsfall hinreichend gerechtfertigt sind und für die grundsätzlich Aufklärungspflicht besteht.
Infarkt
Gewebsuntergang (Nekrose) eines Organs, Organteils oder Gewebes infolge einer Durchblutungsstörung; meist hervorgerufen durch einen akuten Arterienverschluss, der durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder, seltener, durch einen Gefäßkrampf entsteht
Querverweise:
Thrombus
-
Nekrose
Infektion
Eindringen kleinster Organismen (z.B. Bakterien, Viren, Pilze) in den Körper und anschließende Vermehrung in diesem. Je nach Eigenschaften der Mikroorganismen und der Abwehrlage des Infizierten kann es nach Infektionen zu verschiedenen Infektionskrankheiten kommen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Infektionen und nachfolgende Infektionskrankheiten sind eine nicht seltene Komplikation bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Die betroffenen Patienten sind oft stark abwehrgeschwächt (immunsupprimiert) und dadurch infektionsgefährdet. Der Vorbeugung bestimmter Infektionen während einer Krebsbehandlung dient u.a. die Supportivmedikation.
Querverweise:
Bakterien
-
Immunsuppression
-
Supportivtherapie
-
Viren
infratentoriell
unterhalb des Kleinhirnzeltes (Tentorium), also in der hinteren Schädelgrube liegend.
Querverweise:
Kleinhirnzelt
-
hintere Schädelgrube
Hauptinformationsseite:
Hirntumoren - Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS)
Infusion
(Abk.: Inf.)
Einbringen von Flüssigkeiten in den Körper, meist über einen längeren Zeitraum und über einen zentralen Venenkatheter; eine Infusion erfolgt zum Beispiel zur Zufuhr von Wasser, Elektrolyten, Eiweißen und/oder Medikamenten im Rahmen einer intensiven Behandlung.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Viele Zytostatika sowie Medikamente zur unterstützenden Behandlung (Supportivtherapie) und Blutplasmaprodukte im Rahmen einer Krebstherapie werden in Form von Infusionen verabreicht.
Querverweise:
Elektrolyte
-
Supportivtherapie
-
zentraler Venenkatheter
-
Zytostatikum
initial
anfangs-, am Anfang stehend
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: z.B. Initialdiagnostik = diagnostische Untersuchungen im Rahmen der Erstdiagnose)
Injektion
(Abk.: Inj.)
relativ schnelles (im Gegensatz zur Infusion) Einbringen von gelösten Arzneimitteln in den Körper (z.B. über die Vene, in den Muskel, unter die Haut)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Viele Zytostatika und Supportivmedikamente werden im Rahmen einer Krebstherapie in Form von Injektionen verabreicht.
Querverweise:
Infusion
-
Supportivtherapie
-
Zytostatikum
Insulin
Hormon, das den Blutzucker senkt und auf viele verschiedene Stoffwechselvorgänge Einfluss nimmt; es wird in den Langerhans-Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Durch die Behandlung im Rahmen einer Krebserkrankung kann es u. U. zu Störungen des Zuckerstoffwechsels kommen (z. B. bei einer Stammzelltransplantation)
Querverweise:
Hormon
-
Stammzelltransplantation
Interferon
Botenstoff des körpereigenen Immunsystems, der normalerweise im Körper zur Abwehr von Virusinfektionen gebildet wird; kann auch gentechnologisch hergestellt und bei verschiedenen Virus- und Krebserkrankungen im Rahmen einer Therapie (zur Stärkung der körpereigenen Abwehr?) eingesetzt werden (Immuntherapie)
intra-
Wortteil mit der Bedeutung in, hinein, innerhalb
intraarteriell
(Abk.: i.a.)
in eine Arterie hinein oder in einer Arterie liegend; ein Arzneimittel wird in die Arterie hinein gespritzt (Injektion)
Querverweise:
Injektion
intramuskulär
(Abk.: i.m.)
in den Muskel
intrathekal
(Abk.: i.th.)
in den Nervenwasserkanal / Liquorraum, der die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) enthält
Querverweise:
Liquor
intrathekale Chemotherapie
Verabreichung von zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika) in den Nervenwasserkanal (Liquorraum), der die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit enthält.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine intrathekale Chemotherapie wird z.B. bei Leukämien und manchen Lymphomen durchgeführt, um bösartige Zellen im Zentralnervensystem zu bekämpfen.
Querverweise:
Zytostatika
-
Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit
-
Liquor
-
Zentralnervensystem
-
Leukämie
-
Lymphom
intravenös
(Abk.: i.v.)
in die Vene
Querverweise:
Vene
intraventrikulär
in das Ventrikelsystem, das heißt, in die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit
Querverweise:
Hirnventrikel
-
Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit
Intubation
Einführen eines Beatmungsrohrs in Mund, Nase oder Luftröhre zur Beatmung während der Narkose oder Intensivtherapie
Querverweise:
Intubationsnarkose
-
Narkose
Intubationsnarkose
(Abk.: ITN)
Narkose, bei der ein Beatmungsrohr (Tubus) in Mund, Nase oder Luftröhre eingeführt wird
Querverweise:
Narkose
-
Intubation
invasiv
eindringend
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Invasiv im Zusammenhang mit Tumoren bedeutet, dass Teile des Tumors (einzelne Zellen oder ganze Zellverbände) in Nachbargewebe oder –organe eindringen; einige Hirntumoren wachsen z. B. ohne scharfe Grenzen in das umgebende Gewebe ein. Invasive diagnostische bzw. therapeutische Maßnahmen sind Maßnahmen, die in den Körper eindringen, also die Körperintegrität verletzen (z. B. Endoskopie; Laparoskopie; Operation).
Querverweise:
Endoskopie
-
Hirntumor
-
Laparoskopie
-
Tumor
Inversion
Chromosomenveränderung, die durch einen Austausch von Genabschnitten auf diesem Chromosom zustandekommt; ein Abschnitt des Chromosoms ist dabei um 180° gedreht (invertiert). Eine Inversion findet statt, wenn ein Chromosom an zwei Stellen bricht (DNA-Doppelstrangbruch) und wieder zusammengefügt wird, der Abschnitt zwischen den beiden Bruchstellen dabei aber umgekehrt eingebaut wird. Die Folge davon ist, dass auch die Reihenfolge der Gene auf dem Chromosomenabschnitt umgedreht wird.
Querverweise:
Chromosom
-
Gen
-
DNA
Inzidenz
Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer Erkrankung bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe und innerhalb eines bestimmten Zeitraums
ionisierende Strahlen
Strahlung mit sehr hoher Energie, die beim Durchgang durch eine Zelle oder einen Organismus zu Strahlenschäden führen kann. Ionisierende Strahlung bricht chemische Verbindungen auf und es entstehen chemische Radikale, die ihrerseits wieder chemische Reaktionen auslösen. Hierin liegt ihre biologisch schädliche Wirkung.
Zu den ionisierenden Strahlen gehören u.a. elektromagnetische Strahlen (wie Röntgen-, Gamma- und kurzwellige UV-Strahlen) sowie Teilchenstrahlung (z.B. Alpha-, Beta- und Neutronenstrahlung).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Ionisierende Strahlen werden bei der Krebsbekämpfung eingesetzt, um Krebszellen zu vernichten.
Querverweise:
elektromagnetisch
-
Zelle
-
UV-Strahlen
-
Röntgenstrahlen
-
Gammastrahlung
-
Atom
-
Molekül



