Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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Abdomen (Abk.: Abd.)
Bauch; anatomisch der Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken
Hauptinformationsseite: Akute lymphoblastische Leukämie (ALL)

abdominal (Abk.: abd.)
den Bauch betreffend

Acetylcholin (Abk.: ACh)
einer der wichtigsten Neurotransmitter beim Menschen, vermittelt z.B. die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel
Querverweise: Nervenzellen - Neurotransmitter

acquired immuno-deficiency-syndrome (Abk.: AIDS)
englische Bezeichnung für erworbenes Immundefektsyndrom; Krankheitsbild, das durch HI-Viren (HIV, englische Abkürzung für human immuno-deficiency virus) ausgelöst wird. Sie ist durch eine ausgeprägte Immunschwäche mit wiederkehrenden Infektionskrankheiten und bestimmten Krebserkrankungen (z.B. Kaposi-Sarkom; Lymphome) gekennzeichnet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Patienten mit einer HIV-Infektion, also einem erworbenen Immundefekt, lassen sich häufiger als bei der Normalbevölkerung Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome beobachten.
Querverweise: Hodgkin-Lymphom - Immundefekt - Infektion - Non-Hodgkin-Lymphom
Hauptinformationsseite: Lymphome - Krebserkrankungen des lymphatischen Gewebes

Adenokarzinom
aus Drüsengewebe (Drüsenepithel) hervorgehender bösartiger Tumor. Adenokarzinome können sich in verschiedenen Organen bilden, zum Beispiel in der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom), im Magen (Magenkarzinom) oder der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom).

Adenom
von Drüsenepithelgewebe ausgehender Tumor
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Adenome sind, außer im Zusammenhang mit multiplen endokrinen Neoplasien (MEN), im Kindes- und Jugendalter seltene Tumoren.
Querverweise: Epithelgewebe - Multiple endokrine Neoplasien

Adipositas syn. Fettleibigkeit, Fettsucht
chronischer Krankheitszustand, der mit einer über das Normalmaß hinausgehenden Vermehrung des Körperfetts einhergeht; Folge ist ein erhöhtes Körpergewicht. Der Übergang von Normalgewicht zu Adipositas wird als "Übergewicht" bezeichnet. Zur Definition von Übergewicht und Adipositas wird der so genannte Körpermassenindex (englisch: Body-Mass-Index, BMI) verwendet. Er ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Quadratmeter. Ein BMI ab 25 kg/m² gilt als Übergewicht, ein BMI ab 30 kg/m² als Adipositas.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Übergewicht und Adipositas können Spätfolgen einer Krebserkrankung und/oder ihrer Behandlung sein.

adjuvant
unterstützend
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: adjuvante Chemotherapie, z.B. nach einer Tumorentfernung durchgeführte Chemotherapie
Querverweise: Chemotherapie - neoadjuvant

Agammaglobulinämie
erblicher oder erworbener Immundefekt mit Fehlen der Antikörper im Blut
Querverweise: Antikörper - Immundefekt

Agranulozytose
schwere, meist medikamentös verursachte Erkrankung mit plötzlicher Zerstörung aller Granulozyten im Blut
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: schwere Komplikation einer immunsuppressiven Behandlung
Querverweise: Granulozyten - Immunsuppression

AIDS
Abkürzung für (englisch) acquired immuno-deficiency-syndrome (erworbenes Immundefektsyndrom); Krankheitsbild, das durch HI-Viren (HIV, Abkürzung für human immuno-deficiency virus) ausgelöst wird und durch eine ausgeprägte Immunschwäche mit wiederkehrenden Infektionskrankheiten und bestimmten Krebserkrankungen (z.B. Kaposi-Sarkom; Lymphome) gekennzeichnet ist.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Patienten mit einer HIV-Infektion, also einem erworbenen Immundefekt, lassen sich häufiger als bei der Normalbevölkerung Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome beobachten.
Querverweise: Immundefekt - Infektion - Non-Hodgkin-Lymphom - Hodgkin-Lymphom

aktive Impfung
Ziel der aktiven Impfung ist der Aufbau eines körpereigenen Schutzes vor Krankheitserregern. Dabei werden dem Körper abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger (Tot- bzw. Lebendimpfung) zugeführt. Die Impfung wirkt wie eine Infektion, gegen die der Körper aktiv (innerhalb von ein bis zwei Wochen) Antikörper bildet, ohne dass die Erkrankung selbst ausgelöst wird. Die Antikörper bieten einen lang anhaltenden Schutz vor der jeweiligen Krankheit. Außerdem bildet der Körper so genannte Gedächtniszellen, die bei erneutem Kontakt mit dem Krankheitserreger eine sehr schnelle und noch wirkungsvollere Immunantwort auslösen.
Querverweise: Antikörper - Impfung - Infektion - Lebendimpfung - passive Impfung - Totimpfung

Akupunktur
Heilbehandlung aus der traditionellen chinesischen Medizin: Durch Einstiche von feinen Nadeln in bestimmte Punkte der Körperoberfläche sollen einzelne Organsysteme angeregt oder gedämpft werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Anwendung bei Schmerzsyndromen und funktionellen Erkrankungen mit Störungen vegetativer Regelvorgänge

akut
plötzlich auftretend, schnell verlaufend
Querverweise: akute lymphoblastische Leukämie - akute myeloische Leukämie

akute lymphoblastische Leukämie (Abk.: ALL) syn. Akute lymphatische Leukämie
Lymphoblastenleukämie, überwiegende Leukämieform des Kindes- und Jugendalters
Querverweise: Leukämie - Lymphoblasten

akute myeloische Leukämie (Abk.: AML)
Myeloblastenleukämie, zweithäufigste Leukämieform des Kindes- und Jugendalters
Querverweise: Leukämie

Albumin
Eiweiß, das in der Leber gebildet wird; transportiert wasserunlösliche Stoffe im Blut, im Liquor und anderen Körperflüssigkeiten; regelt mit anderen Faktoren den Druck in den Blutgefäßen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei einer Sepsis kann es im Rahmen von Flüssigkeitsverschiebungen zwischen Blutgefäßen und Gewebe zu einer Verminderung der Albuminkonzentration im Blut und dadurch zu gefährlichen Blutdruckabfällen kommen.
Querverweise: Liquor - Sepsis

alkalische Phosphatase (Abk.: AP)
Enzym in Leber, Knochen, Dünndarmschleimhaut, Gallenwegen; erhöht zum Beispiel bei Knochen- und Lebermetastasen
Querverweise: Enzym - Metastase

Alkalose
Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts zugunsten der Basen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: bei zu schneller und aufgeregter Atmung (Hyperventilation); bei langdauerndem Erbrechen; bei zu hoher Zufuhr basischer Substanzen im Rahmen der Vorbeugung/Behandlung des Tumorlysis-Syndroms
Querverweise: Säure-Basen-Gleichgewicht - Tumorlyse-Syndrom

Alkylantien
künstlich hergestellte (synthetische) Substanzen, die als Zytostatika eingesetzt die Vermehrung von Krebszellen verhindern. Grundsätzlich wirken Alkylantien dadurch, dass sie feste Bindungen mit der DNA und/oder bestimmten Eiweißen im Zellkern eingehen, das Erbmaterial dadurch zerstören und dessen Vervielfältigung bei der Zellteilung verhindern.
Querverweise: Zytostatika - Zellkern - DNA

Allel
Als Allel bezeichnet man die verschiedenen Ausprägungen eines Gens auf den paarweise vorhandenen, weitgehend identischen (homologen) Chromosomen. Die zwei Allele eines Gens befinden sich jeweils an der gleichen Stelle (Genort) der homologen Chromosomen; eines stammt vom Vater, eines von der Mutter; ein Elternteil gibt also jeweils nur eines seiner beiden Allele an ein Kind weiter.
Querverweise: Gen - Chromosom

Allergen
Substanz, die eine Allergie auslöst
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Penicillin, manche Zytostatika (wie z.B. die nickelhaltige Asparaginase und Carboplatin)
Querverweise: Allergie - Zytostatikum

Allergie
krankmachende Überempfindlichkeit gegenüber Stoffen, die von außen mit dem Körper in Kontakt treten. Allergien entstehen aufgrund einer spezifischen Änderung der Immunitätslage; am häufigsten betroffen sind Haut und Schleimhäute.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Pollenallergie; Allergie gegen ein Medikament: z. B. Penicillin, manche Zytostatika
Querverweise: Allergen - Immunität - Zytostatika

allogen
hier: Spende zwischen zwei Menschen; die griechische Silbe „allos-„ bedeutet „anders“, „verschieden“; genetisch unterschiedliche Individuen der gleichen Art
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: allogene Stammzelltransplantation
Querverweise: allogene Stammzelltransplantation - Transplantation
Hauptinformationsseite: Welche Arten der Stammzell-Transplantation gibt es?

allogene Stammzelltransplantation (Abk.: allogene SZT)
Übertragung von Stammzellen von einem Spender auf einen Empfänger. Voraussetzung für eine allogene Transplantation ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitestgehend übereinstimmen. Die Stammzellen werden aus dem Blut oder Knochenmark gewonnen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: spielt z.B. bei der Behandlung von Patienten mit Leukämien oder Leukämie-Rezidiven eine Rolle
Querverweise: allogen - Stammzellen - Stammzelltransplantation - Knochenmark - Rezidiv - Leukämie
Hauptinformationsseite: 2. Allogene Blutstammzelltransplantation

Alltagsaktivität
Ausübung einer Aufgabe oder Handlung im Alltag. Von einer verminderten Alltagsaktivität spricht man, wenn eine Person aus bestimmten (zum Beispiel krankheitsbedingten) Gründen bei der Ausübung alltäglicher Aufgaben eingeschränkt ist.

Alltagsteilhabe
Beteiligung an Lebenssituationen; eine so genannte verminderte Alltagsteilhabe liegt vor, wenn ein Mensch aus bestimmten (zum Beispiel krankheitsbedingten) Gründen weniger aktiv an bestimmten Lebenssituationen teilhaben kann als gesunde Menschen.

Alopezie
Haarlosigkeit

Alpha-1-Fetoprotein (Abk.: AFP)
Eiweiß, das im Dottersack, in der Leber des Fetus (fetale Leber) und im Verdauungstrakt (auch bei Erwachsenen) gebildet wird und im Serum nachweisbar ist; AFP ist während der Schwangerschaft und bei Säuglingen erhöht. Erhöhte AFP-Werte im Serum findet man u.a. auch bei Lebererkrankungen (wie Leberzirrhose und Hepatitis) und bestimmten Tumorerkrankungen (wie Lebertumoren, Keimzelltumoren)..
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: AFP wird bei Lebertumoren (z.B. Hepatoblastomen) und anderen Tumoren (z.B. Keimzelltumoren) als Tumormarker verwendet.
Querverweise: Dottersack - fetal - Hepatoblastom - Keimzelltumor - Serum - Tumormarker - Fetus

ambulant
nicht-stationäre medizinische Versorgung: Der Patient bleibt für Diagnose- und/oder Behandlungsmaßnahmen nicht über Nacht in der medizinischen Einrichtung, sondern kann am selben Tag wieder nach Hause gehen.
Querverweise: Diagnostik - stationär

Ambulanz
Krankenhausabteilung für die nicht stationäre medizinische Versorgung
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Nachsorge von onkologischen Patienten in der Poliklinik

Aminosäure (Abk.: AS)
wichtigster Baustein von Eiweißen (Proteinen); es gibt so genannte nicht-essentielle und essentielle Aminosäuren. Letztere müssen dem Organismus mit der Nahrung zugeführt werden, da er sie nicht selbst bilden kann.
Querverweise: Protein

Ammoniak (Abk.: NH3)
hier: Zellgift, das beim Menschen als Abbauprodukt von Aminosäuren vorkommt; es wird in der Leber durch Bildung von Harnstoff entgiftet. Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff (N) und Wasserstoff (H). Es ist ein farbloses, giftiges Gas mit charakteristisch stechendem Geruch.
Querverweise: Aminosäure - Harnstoff

Amplifikation syn. hier: Genamplifikation
auch Genamplifikation; darunter versteht man eine Vervielfachung einzelner Gene oder Genomteile. Amplifikationen von Onkogenen (wie MYCN) stehen mit der Entstehung und/oder der Ausbreitung mancher Tumorerkrankungen im Zusammenhang;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: siehe Genamplifikation
Querverweise: Gen - Genamplifikation - Genom - Tumor

Analgesie
Aufhebung der Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen als Krankheitsfolge oder infolge künstlicher Schmerzausschaltung durch Medikamente mittels Blockade der Schmerzleitung und/oder der Schmerzzentren
Querverweise: Anästhesie

Anämie
Blutarmut; Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und/oder des Anteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) im Blut unter den für ein bestimmtes Alter typischen Normwert. Zeichen einer Anämie sind z.B. Blässe, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlappheitsgefühl.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Anämie kann Zeichen einer Krebserkrankung, z.B. einer akuten Leukämie, sein. Sie kann auch Folge einer Chemo- und/oder Strahlentherapie sein, die das Knochenmark beeinträchtigen (Knochenmarkdepression) und dann häufig Bluttransfusionen notwendig machen.
Querverweise: Bluttransfusion - Chemotherapie - Hämatokrit - Hämoglobin - Knochenmarkdepression - Leukämie - Strahlentherapie
Hauptinformationsseite: Die Bestandteile des Blutes

Anamnese
Krankengeschichte, Entwicklung von Krankheitszeichen; im ärztlichen Anamnesegespräch mit dem Kranken werden Art, Beginn und Verlauf der (aktuellen) Beschwerden sowie eventuelle Risikofaktoren (z.B. Erbkrankheiten) erfragt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Anamnese-Erhebung ist ein wichtiger Bestandteil der Inititial- und Verlaufsdiagnostik sowie der Nachsorgeuntersuchungen.
Querverweise: Diagnostik

Anaplasie
Übergang höher differenzierter Zellen in weniger differenzierte Zellen; Bei Tumoren führt der Verlust der Differenzierung dazu, dass man nicht mehr erkennen kann, aus welchem Gewebe sie entstanden sind. Die fehlende Differenzierung ist Zeichen höhergradiger Bösartigkeit eines Tumors.
Querverweise: Differenzierung - undifferenziert - differenziert

Anästhesie
Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreizen als Krankheitsfolge oder infolge einer medikamentösen Betäubung (Narkose) vor einem operativen Eingriff
Querverweise: Analgesie - Narkose

Anästhesist syn. Facharzt für Anästhesiologie, Facharzt für An
Facharzt, der u.a. für die Vorbereitung und Durchführung von Narkosemaßnahmen (Voll- und Teilnarkosen), für die Überwachung im Aufwachraum nach einer Operation, für die Schmerztherapie bei akuten und chronischen Schmerzen, für Intensivmedizin und Notfallmedizin zuständig ist.
Querverweise: Anästhesie - Narkose - Vollnarkose

Andrologie
Männerheilkunde; Lehre vom Bau und der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane und deren Erkrankungen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Zytostatika können Spätschäden hinsichtlich der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane verursachen. Entsprechend ist eine andrologische Beratung von Jugendlichen mit einer Krebserkrankung empfehlenswert.
Querverweise: Spermatogramm - Spermienasservierung

Aneurysma
umschriebene, meist krankhafte Wandausbuchtung eines arteriellen Blutgefäßes oder der Herzwand

Angiographie
Darstellung von Blutgefäßen durch Injektion eines Röntgenkontrastmittels und anschließende Anfertigung von Serienbildern (Angiogramme)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Rahmen der Vorbereitung komplizierter Operationen ist manchmal eine Angiographie notwendig, um die Gefäße im Operationsgebiet darzustellen.
Querverweise: Injektion - Operation

Ann-Arbor-Klassifikation
System zur Stadieneinteilung maligner Lymphome, v.a. von Hodgkin-Lymphomen und bestimmten Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen
Querverweise: Morbus Hodgkin - Non-Hodgkin-Lymphom

Anthrazykline syn. Anthracycline
aus bestimmten Bakterienarten gewonnene oder künstlich hergestellte Substanzen; als Zytostatika eingesetzt, verhindern sie auf verschiedene Weise die Zellteilung; sie können außerdem die Zellmembran schädigen und dadurch bewirken, dass die Zelle abstirbt.

anti-
gegen-, entgegen, gegenüber

Anti-Thymozyten-Globulin (Abk.: ATG) syn. Antithymozytenglobulin
Antikörper, der sich gegen T-Lymphozyten richtet und dadurch das Immunsystem unterdrückt. ATG kann im Rahmen einer allogenen (Stammzell-)Transplantation dem Patienten verabreicht werden, um eine Abstoßung des empfangenen Transplantats zu verhindern. Das in der Medizin eingesetzte Anti-Thymozyten-Globulin wird vom Pferd oder Kaninchen gewonnen.
Querverweise: Antikörper - T-Lymphozyten - Immunsystem - allogene Stammzelltransplantation

antibakteriell
Maßnahme gegen die Besiedlung/Infektion durch Bakterien

Antibiotika
Mehrzahl von Antibiotikum
Querverweise: Antibiotikum

Antibiotikum
natürliche Stoffwechselprodukte von Bakterien, Pilzen, Algen, Flechten und höheren Pflanzen, die eine (z.T. spezifisch) wachstumshemmende oder zelltötende Wirkung gegen kleinste Krankheitserreger und andere Zellen haben und deshalb als Medikamente bei der Behandlung von Infektions- und/oder Krebserkrankungen eingesetzt werden
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Antibiotika werden in der Kinderkrebsheilkunde als Zytostatika, andere zur Behandlung von Infektionen oder einer Sepsis eingesetzt. Heutzutage werden viele Antibiotika synthetisch hergestellt.
Querverweise: Infektion - Sepsis - Zytostatikum - Bakterien

Antiemetika
Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen verhindern bzw. mildern

Antiemetikum
Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Viele Zytostatika verursachen Übelkeit und Erbrechen, die sich oft mit Antiemetika verhindern oder behandeln lassen (z.B. Ondansetron)
Querverweise: Zytostatikum

Antiepileptikum syn. Antikonvulsivum
Medikament zur Vorbeugung und/oder Unterbrechung von hirnorganischen Krampfanfällen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Patienten mit bestimmten Hirntumoren können z.B. Krampfanfälle erleiden (symptomatische Epilepsie). Solchen Krampfanfällen kann durch die längerfristige regelmäßige Einnahme von einzelnen oder einer Kombination von Antiepileptika (z..B. Carbamacepin, Phenytoin, Valproinsäure) in den meisten Fällen vorgebeugt werden. Der Serumspiegel eines Antiepileptikums sowie bestimmte Leberwerte und Elektrolyte sollten regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere während einer Krebsbehandlung und/oder eines fieberhaften Infekts.
Querverweise: Elektrolyte - Hirntumor - Serum - Epilepsie

Antifibrinolytika
blutungshemmende Substanzen Antifibrinolytika sind Medikamente, die die Auflösung von Fibrin und damit die Entstehung von Blutungen hemmen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Antifibrinolytika werden manchmal bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Immunthrombozytopenie eingesetzt.

Antigen
Substanz, die von außen kommt und dem Körper fremd erscheint; sie regt das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an und kann eine allergische Reaktion auslösen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Zytostatika und/oder Antibiotika können bei manchen Kindern/Jugendlichen allergische Reaktionen hervorrufen, so dass die Gabe des entsprechenden Medikaments sofort abgebrochen und für zukünftige Behandlungen auf ein anderes mit ähnlicher Wirkung umgestellt werden muss.
Querverweise: Allergie - Antibiotika - Antikörper - Immunsystem - Zytostatika

Antihistaminika syn. Histamin-Rezeptorblocker, Histamin-Rezeptoran
Medikamente, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben. Antihistaminika werden bei der Behandlung von allergischen Reaktionen eingesetzt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Bluttransfusionen kann es beispielsweise zu allergischen Hautreaktionen (Urtikaria) kommen, die mit Antihistaminika behandelt werden.

Antikonvulsivum syn. Antiepileptikum
Querverweise: Antiepileptikum

Antikörper syn. Immunglobuline
Eiweiße (Proteine) aus der Gruppe der Globuline, die das körpereigene Immunsystem als Abwehrreaktion auf eingedrungene Fremdstoffe bzw. fremdartige Strukturen (Antigene) bildet. Die Antikörper binden gezielt an diese Antigene und führen (auf verschiedene Weise) zur Beseitigung des Fremdkörpers. Antikörper werden von einer Gruppe der weißen Blutzellen, den B-Lymphozyten, produziert, die im Stadium der Antikörperproduktion als "Plasmazellen" bezeichnet werden.
Querverweise: Immunsystem - Antigen - Protein - Immunglobuline - B-Lymphozyten

Antimykotikum
Mittel gegen Pilzerkrankungen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Während bestimmter Phasen einer Krebsbehandlung wird z.B. die regelmäßige Mundspülung mit dem Antimykotikum Amphothericin-B zur Vorbeugung von Pilzinfektionen der Mundschleimhaut empfohlen.

Antisepsis
Vorbeugung von Infektionen durch örtliche Vernichtung oder Hemmung von Erregern, z.B. durch Desinfektionsmittel
Querverweise: Infektion

antiviral
Maßnahmen gegen die Infektion durch Viren
Querverweise: Virus - Infektion

Aphasie
Erworbene Störung der Sprache aufgrund einer Schädigung (Läsion) in der dominanten, meist der linken, Großhirnhälfte des Gehirns. Eine Aphasie kann nach bestimmten Erkrankungen (zum Beispiel einem Tumor, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, entzündlichen Krankheiten, Gehirnblutung) nach abgeschlossenem Spracherwerb auftreten und mit Beeinträchtigungen unter anderem beim Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen einhergehen. Auch nichtsprachliche Bereiche können betroffen sein.

Aplasie
Unter Aplasie versteht man den Umstand, dass zwar die Anlage eines Gewebes oder Organes vorhanden ist, jedoch keine Entwicklung desselben erfolgt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zustand eines funktionsunfähigen Knochenmarks, das keine Blutzellen bilden kann, z.B. infolge einer Chemo- und/oder Strahlentherapie, v.a. aber durch Knochenmark- oder Stammzelltransplantation (z.B. im Rahmen einer Leukämiebehandlung). Die Zeit, in der die Bildung von Blutzellen brach liegt, wird als „Aplasie-Phase“ (Zelltief) bezeichnet.
Querverweise: Chemotherapie - Leukämie - Stammzelltransplantation - Strahlentherapie

aplastische Anämie (Abk.: AA)
Versagen der Knochenmarksfunktion mit stark eingeschränkter Bildung bestimmter weißer Blutzellen (Granulozyten) sowie roter Blutzellen und Blutplättchen; Kennzeichen sind erhöhte Blutungs- und Infektneigung sowie Blutarmut (Anämie). Patienten mit aplastischer Anämie haben ein erhöhtes Risiko, an einer akuten myeloischen Leukämie zu erkranken. Die aplastische Anämie kann angeboren (z.B. Fanconi-Anämie) oder erworben sein.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Kindesalter liegt meist eine schwere aplastische Anämie (SAA) vor. Es handelt sich dabei um eine seltene Erkrankung, die i.d.R. plötzlich aus völliger Gesundheit heraus auftreten kann. Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt.
Querverweise: akute myeloische Leukämie - Anämie - Fanconi-Anämie - Granulozyten

Apoptose
programmierter Zelltod; Form des Zelltodes, der durch verschiedene Mechanismen in der Zelle durch diese selbst ausgelöst wird. Dies kann natürlich im Rahmen der Zellalterung geschehen, aber auch z.B. als Reaktion auf eine Zellschädigung (etwa durch Zytostatika, Strahlentherapie).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das natürliche Einsetzen des programmierten Zelltodes und/oder die dazu notwendigen Mechanismen sind in vielen Tumor-/Krebszellen gestört.
Querverweise: Strahlentherapie - Zelle - Zytostatikum

Arterie (Abk.: A.) syn. Schlagader, Pulsader
pulsierendes Blutgefäß, das Blut vom Herzen wegführt; Arterien des so genannten großen Körperkreislaufs transportieren sauerstoffreiches, helles Blut vom Herzen zu den zu versorgenden Organen. Die Arterien des Lungenkreislaufs (oder kleinen Kreislaufs) führen sauerstoffarmes Blut vom Herzen der Lunge zu, wo es wieder mit Sauerstoff beladen wird. Die größte Arterie beim Menschen ist die Hauptschlagader (Aorta).

arteriell
die Arterien betreffend (Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen)
Querverweise: Arterie

Arteriosklerose syn. Atherosklerose, "Arterienverkalkung"
Erkrankung der Arterien, die mit einer Gefäßverengung einhergeht; diese entsteht dadurch, dass sich Blutfette, Blutgerinnsel, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden der Arterien ablagern. Folgen der Arteriosklerose können Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Asparaginase
Asparaginase wird überwiegend in der Therapie der akuten lymphoblastischen Leukämie eingesetzt. Leukämiezellen (Lymphoblasten) benötigen das Eiweiß Asparagin, um sich zu vermehren.Sie können es -im Gegensatz zu anderen Körperzellen- nicht selbst herstellen. Asparaginase erniedrigt den Anteil des im Blut vorhandenen Asparagins und

Asparaginsäure syn. Aminobernsteinsäure
nicht-essentielle Aminosäure, die wichtig bei Entgiftungsprozessen in der Leber ist

Astrozyten syn. Sternzellen, Astroglia
Hauptform der Gliazellen im Zentralnervensystem; benannt nach ihrem stern- bzw. spinnenförmigen Aufbau (von griech. astron = Stern). Die Fortsätze dieser Zellen bilden Grenzmembranen zur Gehirnoberfläche (bzw. Pia mater) und zu den Blutgefäßen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Aus Astrozyten können ZNS-Tumoren entstehen, die Astrozytome genannt werden. Sie gehören zu den Gliomen.
Querverweise: Gliazellen - Zentralnervensystem - Astrozytom - Gliom - ZNS-Tumor

Astrozytom
von Astrozyten (einer Unterform der Gliazellen) abstammender Tumor des Zentralnervensystems; gehört zu den so genannten Gliomen
Querverweise: Gliazellen - Gliom - Tumor - Zentralnervensystem

Aszites syn. Bauchwassersucht
krankhafte Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle; größere Flüssigkeitsmengen machen sich durch eine schmerzlose Schwellung des Bauches bemerkbar. Hervorgerufen wird eine Aszites dadurch, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die Bauchhöhle übertritt. Die Ursache dafür können verschiedene Krankheiten sein, zum Beispiel Tumorerkrankungen mit Befall des Bauchraumes oder eine Bauchfellentzündung.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei einem Non-Hodgkin-Lymphom mit Lymphknotenbefall im Bauchraum kann es beispielsweise zu einer Aszites kommen.
Querverweise: Lymphknoten - Non-Hodgkin-Lymphom

Ataxia teleangiectatica (Abk.: AT) syn. Ataxia teleangiectasia; Louis-Bar-Syndrom, Boder-Sedgwick-Syndrom
erbliche Erkrankung; sie ist v.a. gekennzeichnet durch eine Degeneration des Zentralnervensystems (ZNS), eine Beinträchtigung des Immunsystems (Immundefekt), ein erhöhtes Krebsrisiko und erweiterte Blutgefäße von Augen und Haut (sog. Teleangiektasien). Die Degeneration des ZNS geht mit verschiedenen neurologischen Störungen einher, z.B. Bewegungsstörungen (Ataxie) und abnormen Augenbewegungen. Der Immundefekt verursacht häufig wiederkehrende Infektionen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Menschen mit Ataxia teleangiectatica haben ein erhöhtes Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken: Etwa 10 % aller Patienten entwickeln eine bösartige Erkrankung, vor allem Leukämien, Lymphome und bestimmte ZNS-Tumoren. Auf zellulärer Ebene zeigt sich ein Defekt von DNA-Reparatursystemen und eine erhöhte Chromosomenbrüchigkeit. Diese führt wiederum zu Chromosomenveränderungen und, damit einhergehend, zu Störungen der Zellzykluskontrolle.
Querverweise: Ataxie - Gendefekte (vererbbare) - Hirntumor - Immundefekt - Immunsystem - Infektion - neurologisch - Zentralnervensystem - erbliche Krebssyndrome

Ataxie
Störung der Koordination von Bewegungsabläufen, z.B. durch ein nicht (mehr) exakt funktionierendes Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen zur Durchführung einer bestimmten Bewegung (Asynergie) oder durch falsche Abmessung von Zielbewegungen (Dysmetrie)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Erkrankungen von Kleinhirn- und/oder Rückenmark (z.B. Ataxia teleangiectatica) oder bei Tumoren in diesen Bereichen kann es beispielsweise zu Gangstörungen kommen.
Querverweise: Ataxia teleangiectatica - Hirntumor - Kleinhirn - Rückenmark

Ätiologie
Lehre von den Ursachen einer Krankheit; Ursache für die Entstehung einer Krankheit

Atom
griechisch: unteilbar; kleinste Einheit der Materie, bestehend aus einem positiv geladenen Kern und einer negativen (Elektronen-)Hülle

Audiogramm syn. Tonaudiogramm, Hörkurve
Hörtest; grafische Darstellung des subjektiven Hörvermögens von Tönen; im Audiogramm aufgezeichnet wird die Hörempfindlichkeit eines Menschen in verschiedenen Frequenzbereichen. Die Untersuchung erfolgt unter Mithilfe des Patienten. Mit Hilfe des Audiogramms können Schweregrad, Art und Ursache einer Hörstörung festgestellt werden. Für jedes Ohr wird ein eigenes Audiogramm erstellt, i.d.R. vom HNO-Arzt. Ein von der Norm abweichendes Audiogramm lässt auf eine Erkrankung des Ohres schließen. Das Audiogramm ist eines von zahlreichen Verfahren zur Gehöruntersuchung (Audiometrie).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Hörvermögen kann als Folge der Behandlung von Krebserkrankungen beeinträchtigt sein; insbesondere eine hohe Strahlendosis bei Schädelbestrahlungen und bestimmte Zytostatika (z.B. Platinsubstanzen wie Cisplatin, Carboplatin) können langfristig zu Hörschäden führen. Regelmäßige Hörprüfungen gehören daher bei manchen Krebserkrankungen (z.B. Hirntumoren) zu den gängigen Untersuchungen im Rahmen der Erst- und Verlaufsdiagnostik sowie der Nachsorge.
Querverweise: Symptom - Audiometrie

Audiometrie
Verfahren zur Untersuchung der Gehörfunktion mit speziellen Tongeneratoren, die einzelne Frequenzen mit bestimmter Lautstärke erzeugen. Sie dienen unter anderem der Diagnose von Erkrankungen der Hörorgane. Man unterscheidet subjektive und objektive audiometrische Verfahren. Beispiel eines subjektiven audiometrischen Verfahrens ist das Tonaudiogramm (Audiogramm). Es erfordert die Mithilfe der Person, deren Gehör untersucht werden soll.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Hörvermögen kann als Folge der Behandlung von Krebserkrankungen beeinträchtigt sein; insbesondere eine hohe Strahlendosis bei Schädelbestrahlungen und bestimmte Zytostatika (z.B. Platinsubstanzen wie Cisplatin, Carboplatin) können langfristig zu Hörschäden führen. Regelmäßige Hörprüfungen gehören daher bei manchen Krebserkrankungen (z.B. Hirntumoren) zu den gängigen Untersuchungen im Rahmen der Erstl- und Verlaufsdiagnostik sowie der Nachsorge.
Querverweise: Diagnostik - Strahlentherapie - Zytostatikum - Audiogramm

Austauschtransfusion syn. Blutaustauschtransfusion
Blutübertragung (Bluttransfusion), bei der das gesamte Blut eines Patienten durch das Blut eines Spenders ersetzt wird. Eine Austauschtransfusion erfolgt, um den Empfänger von schädlichen Bestandteilen im Blut zu befreien.
Querverweise: Bluttransfusion

Autismus
Als Autismus wird eine tiefgreifende Entwicklungsstörung bezeichnet, die sich meist schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Betroffene Kinder haben u.a. Schwierigkeiten beim Aufbau mitmenschlicher Beziehungen, sie meiden soziale Kontakte, können sich oft nicht gut verständlich machen, nehmen Gefühlsregungen falsch wahr und zeigen stereotype Verhaltensweisen. Es werden verschiedene Arten von Autismus mit verschiedenen Schweregraden unterschieden. Autismus gilt als angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns.

autoimmun
Reaktion des Abwehrsystems (Immunsystem) gegen körpereigenes Gewebe (mehr siehe Autoimmunkrankheit)
Querverweise: Autoimmunkrankheit - Immunsystem

Autoimmunkrankheit
Krankheit, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet; Der Begriff "Autoimmunkrankheit" umfasst eine große Anzahl von Erkrankungen, die alle durch eine ähnliche Entstehung gekennzeichnet sind. Das Abwehrsystem des Menschen (Immunsystem) spielt dabei eine zentrale Rolle. Es schützt den Organismus vor äußeren Einflüssen, wie Viren, Bakterien und anderen Fremdstoffen. Bei Autoimmunkrankheiten kommt es aus unterschiedlichen Gründen zu einer Ausrichtung des Abwehrsystems gegen körpereigenes Gewebe: Teile des eigenen Körpers werden als „fremd“ angesehen, bekämpft und beseitigt. Autoimmunkrankheiten können, je nach Zielvorgabe, jedes Organ des menschlichen Körpers betreffen. Ein solcher Fehlangriff des Abwehrsystems besteht ohne Behandlung in der Regel lebenslang und kann zur vollständigen Zerstörung des betroffenen Organs führen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Blutkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen beruhen auf Autoimmun-Reaktionen, wie zum Beispiel die Immunthrombozytopenie (ITP) oder auch die Autoimmunhämolytische Anämie (AIHA).
Querverweise: Immunsystem - Bakterien - Viren

autolog
Die griechische Silbe „auto-„ bedeutet „selbst“; übereinstimmend, vom selben Individuum.
Querverweise: autologe Stammzelltransplantation

autologe Stammzelltransplantation
(Rück-)Übertragung von Blutstammzellen, z.B. nach einer Chemo- oder Strahlentherapie; der Patient erhält dabei eigene Zellen zurück, die ihm zuvor aus Knochenmark oder Blut entnommen wurden (Eigenspende).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine autologe Stammzelltransplantation kann z.B. bei bestimmten Patienten mit Lymphom, einem Neuroblastom, Weichteilsarkom oder Hirntumor in Frage kommen.
Querverweise: autolog - Lymphom - Hirntumor - Knochenmark - Neuroblastom - Stammzelltransplantation - Weichteilsarkome - Blutstammzellen
Hauptinformationsseite: 1. Autologe Blutstammzelltransplantation

autonomes Nervensystem syn. vegetatives Nervensystem; viszerales Nervensystem
Teil des Nervensystems; setzt sich aus zwei Anteilen, dem Sympathicus und dem Parasymphaticus, zusammen und dient der unbewussten und unwillkürlichen (d.h. der vom Willen weitgehend unabhängigen) Steuerung der inneren Organe und damit zahlreicher lebenswichtiger Vorgänge, zum Beispiel Atmung, Verdauung, Blutdruckregulation, und Wasserhaushalt. Nervenfasern des vegetativen Nervensystems gibt es in fast allen Körperorganen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Teilfunktionen des autonomen Nervensystems können durch bestimmte Tumoren (z.B. manche ZNS-Tumoren) beeinträchtigt sein. Oft entstehen Neuroblastome im Bereich des autonomen Nervensystems (Grenzstrang).
Querverweise: Grenzstrang - Neuroblastom - parasympathisches Nervensystem - sympathisches Nervensystem - Zentralnervensystem - ZNS-Tumor
Hauptinformationsseite: Das vegetative Nervensystem

Autosom
Chromosom, das nicht an der Bestimmung des Geschlechts beteiligt ist (Nicht-Geschlechtschromosom). Es gibt in menschlichen Körperzellen 22 solcher Chromosomenpaare. Sie werden auch als Körperchromosomen bezeichnet.
Querverweise: Chromosom

autosomal
die Autosomen betreffend; als Autosomen werden in der Genetik alle Chromosomen außer den Geschlechtschromosomen bezeichnet. Beim Menschen sind es die Chromosomen 1-22, die bei Mann und Frau gleich aussehen.
Querverweise: Chromosom - Genetik - Autosom

autosomal-dominant
Vererbungsform für angeborene Erkrankungen; ein Kind erkrankt, wenn es das bei der jeweiligen Erbkrankheit krankhaft veränderte Gen von einem Elternteil erhält. Die Vererbung erfolgt über Gene auf nicht-geschlechtsbestimmenden Chromosomen (Autosomen), d.h. es handelt sich um einen vom Geschlecht unabhängigen Vererbungsweg. Bei einem autosomal-dominanten Erbgang beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung bei den Nachkommen auftritt, bei jeder Schwangerschaft 50%.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche angeborene Erkrankungen, die mit Blutkrankheiten wie schweren Neutropenien einhergehen, werden autosomal-dominant vererbt.
Querverweise: Gen - Neutropenie - Chromosom - Autosom - autosomal

autosomal-rezessiv
Vererbungsform für angeborene Erkrankungen; die jeweilige Erkrankung tritt nur auf, wenn beide Eltern das betroffene, krankhaft veränderte Gen an ihre Nachkommen weitergeben. Erbt das Kind nur ein verändertes Gen vom Vater oder von der Mutter, erkrankt es nicht, ist selbst aber Überträger für das veränderte Gen und somit für die Erkrankung. Die Vererbung erfolgt über Gene auf nicht-geschlechtsbestimmenden Chromosomen (Autosomen), d.h. es handelt sich um einen vom Geschlecht unabhängigen Vererbungsweg. Bei einem autosomal-rezessiven Erbgang beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung bei den Nachkommen auftritt, bei jeder Schwangerschaft 25%.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Blutkrankheiten wie die angeborene Kugelzellenanämie oder auch angeborene Stoffwechselerkrankungen, die mit Blutkrankheiten wie schweren Neutropenien einhergehen, werden autosomal-rezessiv vererbt.
Querverweise: Gen - Neutropenie - autosomal - Allel - Chromosomen - Autosom

Azinuszellkarzinom
bösartiger Tumor, der aus bestimmten Drüsenzellen (Azinuszellen) der Speicheldrüsen hervorgeht. Azinuszellen finden sich in den Drüsengängen verschiedener Organe, vor allem in den Speicheldrüsen der Unterkiefer, aber auch in der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Lunge.