Voruntersuchungen

Autor:  PD Dr. med. G. Tallen, Erstellt am 12.12.2016, Freigabe:  Dr. med. J-S. Kühl, Zuletzt geändert: 16.05.2022 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e185626

Bevor eine Stammzelltransplantation stattfinden kann, sind bestimmte Voruntersuchungen notwendig. Sie dienen zum einen der Bestimmung des aktuellen Krankheitsstadiums. Zum anderen werden der Allgemeinzustand des Patienten und die Funktion der wichtigsten Organe (Herz, Leber, Nieren) überprüft, um festzustellen, ob der Patient zum gegebenen Zeitpunkt für die intensive Behandlung ausreichend belastbar ist beziehungsweise worauf die behandelnden Ärzte während der Therapie achten müssen.

Die Untersuchungsergebnisse dienen außerdem als Ausgangsbefunde, um Veränderungen im Verlauf der Therapie besser beurteilen zu können. Im Rahmen der Voruntersuchung sollen auch eventuell bestehende Infektionen ausgeschlossen werden.

Ein Großteil der Untersuchungen kann bereits bei der ambulanten Vorstellung Ihres Kindes in dem zuständigen Behandlungszentrum erfolgen. Weitere Voruntersuchungen und vorbereitende Maßnahmen werden dann in der Regel nach der stationären Aufnahme in die Transplantationsstation vorgenommen.

Zu den vorbereitenden Untersuchungen gehören im Allgemeinen:

  • Blut- und Knochenmarkuntersuchungen (nach Blutentnahme und Knochenmarkpunktion) - kann bei bestimmten angeborenen Erkrankungen entfallen
  • Herzuntersuchungen mittels Elektrokardiographie (EKG) und Echokardiographie
  • Bestimmung der Eisenlast (bei Patienten, die regelmäßig Erythrozytentransfusionen erhalten)
  • Untersuchung der Lunge durch Lungenfunktionsprüfung und apparative Methoden (zum Beispiel Röntgenuntersuchung)
  • Ultraschall (Sonographie) des Bauchraumes zur Überprüfung innerer Organe (wie Leber, Niere, Milz)
  • Untersuchung der Nasennebenhöhlen (meist Röntgenaufnahme ausreichend)
  • Untersuchung des Zahnstatus (durch Zahnarzt)

Mit der Untersuchung von Nasennebenhöhlen und Zähnen soll festgestellt werden, ob der Körper frei von Infektionsherden ist. Das ist wichtig, da jede Infektion während und nach der Stammzelltransplantation aufgrund der behandlungsbedingten Immunschwäche des Patienten eine Gefahr darstellen kann. Falls notwendig, muss vor der eigentlichen Therapie noch eine entsprechende Behandlung stattfinden (zum Beispiel eine Zahnsanierung).

Abhängig von der Grunderkrankung und eventuell bestehenden Begleiterkrankungen muss dieses Voruntersuchungsprogramm natürlich auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmt sein. Relativ häufig erfolgt auch eine Kernspintomografie (MRT-Untersuchung) vom Kopf.