Prognose: Wie sind die Zukunftsaussichten für Patienten mit Diamond-Blackfan-Anämie?

Autor: Dr. med. Friedrich Kapp, Dr. med. Ina Hainmann, Prof. Dr. med. Charlotte Niemeyer, erstellt am: 08.04.2014, Zuletzt geändert: 08.04.2014

Viele Patienten mit einer Diamond-Blackfan-Anämie (DBA) können, wie gesunde Gleichaltrige, Kindergarten und Schule besuchen, einen Beruf erlernen und ausüben. Bei manchen Patienten (20-30%) kommt es im Verlauf des Lebens zu einer sogenannten Remission. Das bedeutet, dass die Blutarmut erfolgreich behandelt wurde und keine weitere Therapie durchgeführt werden muss. Es gibt aber auch Patienten, bei denen sehr häufig Bluttransfusionen durchgeführt werden müssen. Bei ihnen kann die Eisenüberladung zu schweren Erkrankungen führen. Darüberhinaus kann das leicht erhöhte Krebsrisiko die Langzeitprognose mancher DBA-Patienten einschränken (siehe "Krankheitszeichen").

Die allgemeine Lebenserwartung von Patienten mit einer DBA ist bisher aus verschiedenen Gründen noch nicht bekannt. Zum einen ist die Erkrankung erst vor 70 Jahren beschrieben worden, so dass es noch nicht viele Patienten gibt, die über einen langen Zeitraum beobachtet wurden. Zum anderen hat sich die Therapie in den letzten Jahrzehnten sehr gewandelt (insbesondere die Therapie bei der Eisenüberladung), und die Prognose sich entsprechend verbessert. In manchen Familien mit einer DBA über mehrere Generationen hinweg leben noch die erkrankten Großeltern.

Anmerkung: Bei den Aussagen zur Prognose handelt es sich um statistische Größen. Sie stellen nur für die Gesamtheit der Patienten mit DBA eine wichtige und zutreffende Aussage dar. Wie die Krankheit eines einzelnen Patienten verlaufen wird, lässt sich aus den Statistiken nicht vorhersagen. Die DBA kann selbst unter günstigsten beziehungsweise ungünstigsten Voraussetzungen ganz unerwartet verlaufen.