Symptome: Welche Krankheitszeichen haben Patienten mit Thrombozytenfunktionsstörungen?

Autor: PD. Dr. med. R. Knöfler, erstellt am: 09.09.2013, Zuletzt geändert: 04.02.2016

Die verschiedenen gesundheitlichen Probleme von Kindern mit einer Funktionsstörung der Thrombozyten entstehen durch Gerinnungsstörungen infolge der Thrombozytenfehlfunktionen, die wiederum eine verstärkte Blutungsneigung verursachen.

Allgemeine Krankheitszeichen bei Störungen der Blutgerinnung

  • verlängerte Blutungszeit nach Verletzungen (> 3 Minuten).
  • punktförmige Hautblutungen, die sich mit dem Finger nicht wegdrücken lassen (Petechien).
  • häufiges Auftreten von Blutergüssen (Hämatome), auch nach nur geringfügigen Stößen.
  • häufiges und auffällig lange anhaltendes Zahnfleisch- oder Nasenbluten.
  • heftige Regelblutungen.
  • spontane innere Blutungen.
  • Blutungskomplikationen nach zahnärztlichen und anderen operativen Eingriffen.
  • leicht verminderte Thrombozytenzahl im Blut.

Typische Krankheitszeichen bei angeborenen Plättchenfunktionsstörungen

  • allgemeine Zeichen von Gerinnungsstörungen (s. oben).
  • Verminderung der Plättchenzahl (Thrombozytopenie) im Blutbild ***‎und angeborene Fehlbildungen (Herz, Gesicht, Gaumen - DiGeorge***‎) beim Bernard-Soulier-Syndrom (siehe "Krankheitsformen").
  • rote Hämatome ("wie mit Kirschmarmelade bekleckert") bei der Thrombasthenie Glanzmann (siehe "Krankheitszeichen").

Typische Krankheitszeichen bei erworbenen Plättchenfunktionsstörungen

  • allgemeine Zeichen der gestörten Blutstillung (s. oben).
  • gesundheitliche Probleme durch die jeweils zugrunde liegende Erkrankung (siehe "Ursachen").

Die Schwere der Krankheitszeichen sowie der Krankheitsverlauf sind innerhalb der einzelnen Thrombozytenfunktionsstörungen (siehe "Krankheitsformen") unterschiedlich ausgeprägt: Bei manchen Kindern und Jugendlichen besteht nur eine leicht gesteigerte, in der Regel nicht behandlungsbedürftige Blutungsneigung. Andere, insbesondere Patienten mit angeborenen Fehlfunktionen der Plättchen, erkranken schon in der frühen Kindheit. Bei ihnen kommt es häufiger als bei den erworbenen Formen neben Haut- und Schleimhautblutungen auch zu schweren Spontanblutungen, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt. Bei diesen Patienten müssen die Störung manchmal behandelt und vor manchen operativen Eingriffen bestimmte Vorsorgemaßnahmen getroffen werden (siehe "Behandlung").