Angeborene dyserythropoetische Anämien (Congenital Dyserythropoetic Anaemias, CDA)

Der Begriff Dyserythropoetische Anämien umfasst eine Gruppe von seltenen angeborenen Erkrankungen, bei denen die Bildung von roten Blutkörperchen gestört ist.

Autor: Prof. em. Dr. med. Hermann Heimpel, Prof. Dr. med. Elisabeth Kohne, erstellt am: 14.01.2013, Redaktion: Ingrid Grüneberg, Freigabe: PD Dr. med. Gesche Tallen, Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 03.03.2014

Angeborene (kongenitale) dyserythropoetische Anämien sind seltene angeborene Krankheitsbilder, die mit einer gestörten und unzureichenden Blutbildung (Dyserythropoese) einhergehen. In der Folge leiden die Patienten an einer Blutarmut (Anämie) und deren Folgen. Wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und fachgerecht behandelt wird, können viele Patienten eine normale Lebenserwartung haben. Wichtig ist, dass die Behandlung von einem spezialisierten Behandlungsteam durchgeführt wird, das eng mit Haus- und Kinderärzten zusammenarbeitet. Ebenso entscheidend für einen günstigen Verlauf sind ein umfassendes Wissen und die Mitarbeit seitens der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Der folgende Informationstext richtet sich insbesondere an Patienten mit CDA und deren Angehörige, Freunde, Lehrer und andere Bezugspersonen sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, diese seltene Erkrankung, die Möglichkeiten ihrer Behandlung sowie die Probleme und besonderen Bedürfnisse der Patienten besser zu begreifen. Unsere Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Anmerkungen zum Text

Die in diesem Patiententext enthaltenen Informationen sind von den oben genannten Autoren erstellt worden. Diese Autoren sind Spezialisten für Blutkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere für kongenitale dyserythropoetische Anämien. Der Informationstext basiert auf den Erfahrungen der Spezialisten und auf der unten angegebenen Literatur. Der Text wurde durch die oben angegebenen Redakteure zuletzt im Januar 2013 für dieses Informationsportal bearbeitet und zur Einstellung ins Internet für die Dauer von zwei Jahren freigegeben. Er soll spätestens nach Ablauf dieser Frist erneut überprüft und aktualisiert werden.

Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um allgemeine Informationen und Empfehlungen handelt, die – aus der komplexen Situation heraus – nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit bei jedem Patienten zutreffen. Viele Therapieempfehlungen müssen im Einzelfall und im Team entschieden werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie über die für Ihr Kind am ehesten in Frage kommenden Maßnahmen informieren.

Basisliteratur

  1. Iolascon A, Russo R, Delaunay J: Congenital dyserythropoietic anemias. Current opinion in hematology 2011, 18: 146 [PMID: 21378561]
  2. Heimpel H, Iolascon, A: Congenical dyserythropoietic anemias. In: Beaument C, Beris, Ph, Beuzard, Y, Brugnara, C editors, ESH Handbook on Disorders of Erythropoiesis, Erythrocytes and Iron Metabolism 2009, 2nd edition, p178 [URI: http://www.esh.org/ online-training/ handbook/ ]
  3. Renella R, Wood WG: The congenital dyserythropoietic anemias. Hematology/oncology clinics of North America 2009, 23: 283 [PMID: 19327584]
  4. Gadner H, Gaedicke G, Niemeyer CH, Ritter J (Hrsg): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag 2006 [URI: http://www.springer.com/ medicine/ pediatrics/ book/ 978-3-540-03702-6]
  5. Heimpel H: Congenital dyserythropoietic anemias: epidemiology, clinical significance, and progress in understanding their pathogenesis. Annals of hematology 2004, 83: 613 [PMID: 15278299]